Heiß auf Eis

Heiß auf Eis
Artikel vom 10. Juli 2026
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Wenn sich Brandenburg Ende Juni plötzlich wie der Hochsommer im Süden Europas anfühlt, das Thermometer an der 40-Grad-Marke kratzt und jeder Schattenplatz zum begehrtesten Ort des Tages wird, dann gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: die Flucht vor der Sonne – oder mitten hinein ins Wasser. Genau dafür entschieden wir uns am 27. Juni 2026 beim Drachenbootrennen in Biesenthal.
Unser Teambuilding-Tag hätte unter außergewöhnlicheren Bedingungen kaum stattfinden können. Die Hitze war gnadenlos, die Luft schwül, und selbst das Wasser schien eher Abkühlung zu versprechen als Erfrischung zu schenken. Doch genau diese extremen Bedingungen sorgten für etwas, womit niemand gerechnet hatte: Auf der gesamten Rennstrecke wurden außergewöhnlich schnelle Zeiten gefahren. Die Teams schienen förmlich vor der Sonne davonzupaddeln.
Als wir schließlich im letzten Vorlauf an den Start gingen, wussten wir bereits, dass die Messlatte hoch lag. Dazu kam, dass wir in diesem Jahr mit einem großen Anteil neuer Paddler antraten – und gefühlt saßen alle auf der linken Bootsseite. Dass wir am Ende nicht im Kreis gepaddelt sind, war fast schon der erste kleine Erfolg. Wo wir am Ende des Rennens landen würden, wusste allerdings niemand.
Umso größer war die Freude über unseren ersten Lauf. Mit einer Zeit von 59.836 Sekunden legten wir einen entspannten, aber überzeugenden Auftakt hin. Für uns war das der Beweis, dass wir als Team funktionieren. Auch wenn das Drachenboot nicht unser gewohntes Sportgerät ist, können wir uns aufeinander verlassen, Routine entwickeln und gemeinsam Leistung abrufen. Genau das macht Teamgeist aus.
Doch der Tag hatte noch mehr mit uns vor. Je höher die Temperaturen stiegen, desto heißer liefen auch wir. Aus 59.836 Sekunden wurden 57.225 Sekunden, und schließlich steigerten wir uns im Finale auf starke 56.683 Sekunden.
Das bedeutete den 1. Platz im Sportfinale C – ein großartiger Erfolg und gleichzeitig die Qualifikation für den Bürgermeister-Cup der Stadt Biesenthal.
Dort wartete schließlich das große Finale. Unser Ziel war klar: den Titel aus den beiden Vorjahren zu verteidigen. Dieses Mal sollte es dafür allerdings nicht ganz reichen. In einem unglaublich engen Rennen lagen alle drei Boote bis zum Schluss nahezu gleichauf. Es war einer dieser Zieleinläufe, bei denen jeder Zuschauer wahrscheinlich einen anderen Sieger gesehen hat. Am Ende erreichten wir einen starken 2. Platz – hauchdünn hinter dem Sieger, aber mit einer Leistung, auf die wir mehr als stolz sein können.
Ein solcher Tag lebt jedoch nicht nur von Ergebnissen. Er lebt von den Menschen, die ihn gemeinsam erleben. Deshalb gilt unser besonderer Dank auch unserer Partnermannschaft aus unserem Verein, die den gesamten Tag direkt neben uns ihr Lager aufgeschlagen hatte. Zwischen Rennen, Anfeuern und kurzen Verschnaufpausen entstanden viele lustige Gespräche, gemeinsames Lachen und der ständige Versuch, sich gegenseitig noch den letzten freien Schattenplatz zu sichern. Genau solche Momente machen einen Teambuilding-Tag besonders.
Nicht unerwähnt bleiben darf unsere Trommlerin. Bereits nach dem ersten Rennen musste sie verletzungsbedingt auf das Trommeln verzichten. Aufgeben kam für sie trotzdem nicht infrage. Von da an trieb sie uns mit ihrer Stimme nach vorne, feuerte uns unermüdlich an und gab unserem Boot den Takt auf ihre ganz eigene Weise. Manchmal braucht es eben keine Trommel, wenn Leidenschaft laut genug ist.
Am Ende bleiben viele Erinnerungen: an sengende Sonne, glühende Arme, schweißtreibende Rennen, schnelle Zeiten, packende Zieleinläufe und einen Teamgeist, der selbst bei fast 40 Grad nicht ins Wanken geriet.
Ein heißer Tag auf dem Wasser. Ein eisiger Wettkampf um jede Sekunde. Und ein Erlebnis, das uns als Mannschaft noch enger zusammengeschweißt hat.
Ein herzliches Dankeschön gilt der Stadt Biesenthal sowie den Wukey's, die mit viel Engagement und Leidenschaft wieder einmal ein hervorragend organisiertes Event auf die Beine gestellt haben. Sie haben dafür gesorgt, dass das 25. Wukenseefest nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein unvergessliches Erlebnis wurde.



